Sonntag, 12. Oktober 2014

25. Tag: "Lackai"-Trinken auf der Mußbachalm

Heute vergrößere ich nicht nur meinen pinzgauerischen Wortschatz, sondern erlebe zum ersten Mal, wie gemütlich so ein "Lackai-Trinken", zu hochdeutsch: "Restetrinken" auf der Alm doch sein kann.

Der Morgen beginnt im Nebel, aber wie schon so oft lässt sich auch hier erahnen, dass die Sonne über den Wolken schon kräftig scheint.





Die Beinmuskeln ziepen nach diesem Bergabenteuer gestern nur noch ein wenig, aber übertreiben möchte ich es heute sowieso nicht.
So geht es nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Hochmaislift erstmal der Sonne entgegen. Auf der Steinbockalm gibt es heute "Musik am Berg" mit Bergmesse mit Blick auf den Hochkönig.


Die Jagdbläser begleiten die Messe musikalisch.


Nach der Messe hält es mich nicht mehr allzu lange auf der Steinbockalm. Auf Ente oder Schweinsbraten habe ich bei diesem Wetter keinen Hunger, und ich will noch weiter auf die Mußbachalm. Die ist heute den letzten Tag in diesem Jahr geöffnet und alles muss aufgegessen und ausgetrunken werden. So hat man mir zumindest von dieser Tradition berichtet...

Vorher pflücke ich allerdings noch ein paar von den fast kirschgroßen Heidelbeeren direkt unter der Steinbockalm. Greti hat mir verraten, wie ich die Heidelbeeren am besten einkoche, um sie unter Naturjoghurt zu mischen. Das muss ich natürlich sofort ausprobieren...

Innerhalb von einer halben Stunde habe ich meine zwei Plastiktöpfe gefüllt.

Ich segele mit der Hochmaisbahn wieder ins Tal. So langsam ziehen Wolken über die Berge und ich frage mich inzwischen, wer schneller ist: Die Wolken oder ich...


In Hinterthal werden die Wolken langsam dunkel und kommen immer mehr in meine Richtung. Die Mußbachalm erreiche ich über einen Güterweg innerhalb von gut 20 min, wer langsamer läuft braucht wohl etwa 45 min bergauf, ganz gemütlich. Hier kann man auch den Kinderwagen hinaufschieben oder mit Kindern hinaufgehen. Auf der Alm gibt es eine Schaukel, ein Bächlein zum Spielen und ein paar Streicheltiere.  Und leckeres Essen!
Da ich einmal zwei Wochen lang dort gewohnt habe, weiß ich, wovon ich rede!

Die Sennin Anita macht den Käse und die Butter noch selbst, backt leckeren Kuchen, macht die besten Kaspressknödel, .... und den Frischkäse in Würfeln in Kräuteröl.
Im Programm des Tourismusverbandes Hochkönig werden hier häufiger "Brotbacken im Holzofen" und "Almfrühstück" angeboten.


Ich schaffe es noch, die Mußbachalm im Trockenen zu erreichen. Die Wolken scheinen am Berg dahinter hängenzubleiben.
Jede Menge Freunde, Familie und Bekannte sind schon auf der Alm, um diesen letzten Tag gemeinsam gemütlich zu feiern.
Ich stärke mich erstmal mit einer Käsejause mit selbstgebackenem Walnussbrot. So lecker! Schnell sitzt eine bunt gemischte Truppe am Tisch.

Bevor es zu kühl wird und anfängt zu regnen, ziehen wir nach drinnen um. Dort sitzen wir dann bei Kerzenschein, so wie vor zwei Jahren abends ab und zu, als ich auf der Alm gewohnt habe. Ich erweitere meine pinzgauerischen Sprachkenntnisse fast automatisch und Pirnis Plattenkiste auf Radio Salzburg spielt dazu.
Als Fahrerin kann ich mich vom Schnaps fernhalten und mache "Wasser- und Saft-Restetrinken". Die nichtalkoholischen Getränke müssen ja auch weg ;-)

Irgendwann im Dunkeln beschließen wir aufzubrechen. Es sind kaum Wolken am Himmel, und so beleuchtet der Mond unseren Weg ins Tal. Straßenlaternen gibt es auf der Alm schließlich nicht.

So ein letzter Tag auf der Alm ist wirklich sooooo gemütlich. und sooooo lustig...

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